Wissen · Myofunktionelle Therapie
Schnuller und Zahnentwicklung
Wann kann aus einer hilfreichen Gewohnheit ein Problem für Zähne und Kiefer werden?

Was sagt die Forschung?
Der Schnuller gehört für viele Babys und Kleinkinder ganz selbstverständlich zum Alltag. Er beruhigt, hilft beim Einschlafen und kann besonders in den ersten Lebensmonaten eine wertvolle Unterstützung sein.
Wird der Schnuller jedoch über längere Zeit verwendet, kann er die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus dem Jahr 2026, die 12 Studien zusammenfasste, zeigt einen Zusammenhang zwischen länger anhaltenden Sauggewohnheiten und bestimmten Zahnfehlstellungen.
Welche Veränderungen können auftreten?
Offener Biss
Die oberen und unteren Frontzähne berühren sich beim Zubeissen nicht vollständig.
Kreuzbiss
Ober- und Unterkiefer passen im Seitenzahnbereich nicht optimal aufeinander.
«Entscheidend scheint vor allem zu sein, wie lange die Sauggewohnheit bestehen bleibt.»
Was bedeutet das für Eltern?
Ein Schnuller ist nicht grundsätzlich problematisch. Je länger und intensiver er jedoch genutzt wird, desto wichtiger wird es, die weitere Entwicklung von Zähnen und Kiefer im Auge zu behalten und den Schnuller schrittweise zu reduzieren.
Wenn bereits Veränderungen des Bisses auffallen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die gesamte Mundfunktion.
Nicht nur die Zähne anschauen
Zungenruhelage
Wo liegt die Zunge in Ruhe?
Lippen
Sind die Lippen in Ruhe geschlossen?
Nasen- oder Mundatmung
Atmet das Kind überwiegend durch die Nase oder häufig durch den Mund?
Schluckmuster
Wie schluckt das Kind?
Zähne, Kiefer, Zunge und Atmung funktionieren nicht unabhängig voneinander – sie sind Teil eines gemeinsamen orofazialen Systems.
Fragen zur Mundfunktion Ihres Kindes?
Eine individuelle Abklärung kann je nach Fragestellung sinnvoll sein.
